stef heidhues

Jens Asthoff

Korridor

Stef Heidhues in der Galerie für Landschaftskunst, Hamburg, 4. September – 6. November 2004 (mit Patrick Rieve)

[Auszug aus: Das Kunstbulletin, Zürich, November 2004, http://www.kunstbulletin.ch/router.cfm?a=0410131122022AN-24] 

[…] Im Arbeitsraum zum Forschungsschiff der Galerie für Landschaftskunst präsentierte jetzt Stef Heidhues eine Installation. Die Hamburger Künstlerin, die bei F.E. Walther studierte, hat einen Teil dieses „Arbeitsraums“ zu einem holzvertäfelten Korridor umgebaut. Der schmale Durchgangsort wirkt mit seiner abgehängten Decke, dem dunklen Teppichboden und der satt rotbraunen Lasur beengt. Nicht mehr als zwei Personen können die diagonale Zimmerflucht nebeneinander passieren. Nahe am Eingang hängt zur Linken eine Wandlampe, deren Stil eher zu einem Hotelflur als zur Holzwand passen dürfte und deren matt-warmes Licht die Szenerie dubios erscheinen lässt. Rechts ist die kompakte Vertäfelung auf Augenhöhe zu einer gut armlangen Vertiefung ausgestülpt. Die Einbuchtung endet bei einem kleinen Farbmonitor und wirkt wie das Fenster zu einer obskuren Innenwelt. Dort ist ein etwa dreiminütiger Loop zu sehen, der das Passage-Motiv aufgreift: Eine langsame Kamerafahrt durch menschenleere Räume – mal triste Hotelflure, mal Orte undefinierbarer privater Provenienz –, die auf irrational anmutende Weise ineinander gleiten; Orte des Übergangs, die hier zu leise klaustrophobischer Geschlossenheit verwoben sind. […]

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